Solistenkonzert Nadine Sierra
(Dominik
Troger)
Nadine
Sierra lud in der Staatsoper zu einem Arien- und Liederabed. Der erste
Teil war Arien von Donizetti, Mozart, Puccini und Verdi gewidmet, nach
der Pause folgten (Kunst-)Lieder aus Spanien und Lateinamerika.
Die
Sängerin hielt sich in einigen Punkten nicht an das von der Staatsoper
vor dem Konzert veröffentlichte Programm und dankte am Schluss dem
Publikum für den begeisterten Applaus mit insgesamt sechs (!) Zugaben.
Nadine Sierra, die vom Wiener Publikum spätestens seit ihrer Adina in
der letzten Saison fest ins Herz geschlossen wird, brachte sich für
dieses „Sopransolo“ als Norina („Don Pasquale“) in Schwung, um dann
gleich das Programm zu ändern und die angekündigte Gräfin („Dove sono")
gegen ihre Kammerzofe zu tauschen. Auf die Rosenarie folgte ein nicht
so überzeugender Ausflug zu Zaidens „Ruhe sanft“. Weiter ging es mit
„La bohème“ (Musetta und Mimì) und – in erneuter Abänderung des
Programms – mit „La traviata“.
Sierra hätte demnächst ihr Wiener Rollendebüt als Violetta geben
sollen, ist dann am Haus aber für die kommende „Luisa Miller“-Premiere
eingesprungen. Jetzt nützte sie den Rahmen des Konzerts, wie sie dem
Publikum charmant mitteilte, um sich zumindest mit „È strano” und
„Sempre libera“ vorzustellen. Damit sicherte sie sich den stärksten
Applaus vor der Pause. Die Spitzentöne gerieten ihr sicher, wobei
sie zuviel Kraft in die Stimme zu legen schien und ihr Sopran etwas
angestrengt klang.
Entspannter ging es nach der Pause weiter. Sierra selbst wirkte jetzt
gelöster, trug ein rotes Kleid mit Dekolleté (vor der Pause ein
silbernes mit spiegelnden Pailletten), das den von Liebe und
südländischer Lebensfreude gesättigten Liedern optisch eine passende
Abrundung verlieh. Die Sängerin fand zwischen den einzelnen Nummern
wieder zu charmanten Überleitungen, erzählte ein bisschen etwas über
ihre Karriere, lud das Publikum bei „Cielito lindo“ sogar zum Mitsingen
ein. Beim Lied „Bésame mucho“ wurde sie vom Kontrabassisten Marc André
begleitet.
Nach Ende des offiziellen Programms beschenkte sie das Auditorium
reichlich mit Zugaben – von denen die Opernfans vor allem das „O mio
babbino caro“ garniert mit apart-lyrischem Sopranschimmer entzückt
haben wird. Sierras publikumsaffines Auftreten war dem Abend ein
erfrischender Gewinn. Am Klavier sorgte der Pianist Bryan Wagorn für
die passende Untermalung.
Das Programm:
Gaetano
Donizetti
Don Pasquale: „Quel guardo, il cavaliere... So anch'io la
virtù magica“
Wolfgang
Amadeus Mozart
Le Nozze di Figaro: „Deh, vieni, non tadar“
(in Abänderung des offiziellen Programms „E Susanna non vien…Dove sono“)
Zaide:
„Ruhe Sanft“
Giacomo
Puccini
La Bohème „Quando men’vo“, „Mi chiamano Mimi“
Giuseppe Verdi
La traviata: „È strano ... sempre libera"
(in Abänderung des offiziellen Programms
La Rondine: „Chi il bel sogno““)
PAUSE
Joaquín
Rodrigo
Cuatros Amatorios Madrigales:
„¿Con qué la lavaré?“
„Vos me matásteis“
„¿De dónde venís, amore?“
„De los álamos vengo, madre“
Heitor
Villa-Lobos
„Melodia Sentimental“
Consuelo
Velázquez
„Bésame Mucho“
Manuel
Ponce
„Estrellita“
Ein brasilianisches Lied
(in Abänderung des offiziellen Programms Maria
Grever: „Muñequita linda“
Quirino
Mendoza y Cortés
„Cielito lindo“
Gerónimo
Giménez
„Me llaman la primorosa“
Sechs (!) Zugaben:„Vissi d'arte“; My Fair Lady:
„I could have danced all night“;
„O sole mio“,
„Summertime“;
„O mio babbino caro“; „Beautiful Dreamer“